91/11 Katastrophen auf Veranstaltungen, Teil 1: Feuer | 03.04.2011
Immer wieder kommt es bei Veranstaltungen zu tragischen Unglücken, bei denen die freudige Party in einer Tragödie endet. Jedem Veranstalter muss bewusst sein, dass er mit einer Veranstaltung Risiken schafft.
Diese Risiken zu beherrschen, ist wesentliche Aufgabe des Veranstalters. Rechtlich nennt man dies auch “Einhalten der Verkehrssicherungspflichten”. Informationen dazu finden Sie in unserer gleichnamigen Rubrik.
Die größten Tragödien aufgrund von Feuer haben wir in diesem 1. Teil unserer neuen Serie zusammengestellt. Nicht berücksichtigt sind Feuer/Brände in Fußballstadien bei Fußballspielen. Vielfach kam es nur durch viel Glück oder das schnelle Eingreifen von helfern zu nicht noch mehr Toten oder Verletzten.
Erschreckend häufig kam es zu Brandkatastrophen durch Feuerwerk. Die Vielzahl der Todesopfer entstand oftmals dadurch, dass Notausgänge blockiert waren und die Gäste erstickt sind. In manchen Fällen wurden die Betreiber und Verantwortlichen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
- 602 Tote in Chicago / USA, 1903:
Feuer im Iroquois Theater, das durch Entzünden eines Vorhanges durch einen Scheinwerfer entstand. Vorhandene Brandbekämpfungsmittel versagten.
- 490 Tote und 380 Verletzte in Boston / USA, 1942:
Feuer in Nachtclub, der für nur 500 Besucher zugelassen war. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren ca. 1000 Personen im Club.
- 389 Tote in Abadan / Iran, 1978:
Feuer in einem vollbesetzten Theater durch Brandstiftung.
- 325 Tote in Karmay / China, 1994:
Feuer in einem Kino.
- 323 Tote in Niteroi / Brasilien, 1961:
Feuer in einem Zirkuszelt.
- 309 Tote in Luoyang / China, 2000:
Feuer in einem 6-stöckigen Gebäude. Im 3. Stock befand sich ein Tanzlokal, in dem eine Galafeier stattfand; allein hier starben mindestens 200 Gäste.
- 209 Tote in Natchez / USA, 1940:
Feuer in Diskothek.
- 194 Tote und 700 Verletzte in Buenos Aires / Argentinien, 2004:
Feuer durch Feuerwerkskörper, die die Decke in Brand gesetzt haben. Mit 6000 Besuchern war die Veranstaltungsstätte offenbar überfüllt.
- 168 Tote und 700 Verletzte in Hartford / USA, 1944:
Ein Zirkuszelt brennt und stürzt auf die Gäste.
- 165 Tote und 200 Verletzte in Southgate / USA, 1977:
Feuer in einem Club. Aufgrund offenbar massiver Verletzungen von Bauvorschriften gab es in der Folge die erste Sammelklage von Hinterbliebenen gegen einen Betreiber in den USA.
- 150 Tote in Manila / Phillipinen, 1996:
Feuer im Ozone Disco Pub; die meisten Besucher starben bei einem Flashover.
- 146 Tote in Saint Laurant-du-Pont / Frankreich, 1970 :
Feuer im Club Cinq-Sept.
- 128 Tote und 130 Verletzte in Perm / Russland, 2009:
Feuer durch Feuerwerkskörper.
- 118 Tote in Osaka / Japan, 1972:
Feuer in einem Tanzclub im obersten Stock eines Hochhauses.
- 100 Tote, 230 Verletzte in West Warwick / USA, 2003:
Feuer bei Konzert, das durch Feuerwerk ausgelöst wurde.
- 100 Tote in Bagalore / Indien, 1981:
Ein voll besetztes Zirkuszelt brennt während der Vorstellung ab.
- 97 Tote und 180 Verletzte in Rhode Island / USA, 2003:
Feuer bei Rockkonzert, die Veranstaltungsstätte soll binnen 2 Minuten komplett in Flammen gestanden haben. Auslöser war ein ungenehmigtes Feuerwerk beim Auftritt der Band Great White.
- 87 Tote in New York / USA, 1990:
Feuer durch Brandstiftung.
- 80 Tote in Berlin / Deutschland, 1947:
Auf einem Faschingsball bricht ein Feuer aus. Die Veranstaltungsstätte war überfüllt, viele Gäste versuchten noch, an der Garderobe ihren Mantel abzuholen und verbrannten dort.
- 79 Tote in Madrid / Spanien, 1983:
In einer Diskothek bricht ein Feuer aus; die meisten Opfer verbrennen, da Sicherheitsvorschriften missachtet worden.
- 63 Tote in Göteborg / Schweden, 1998:
Feuer in Diskothek durch Brandstiftung, 400 Besucher befanden sich anstelle erlaubter 150 in der Veranstaltungsstätte.
- 61 Tote und 200 Verletzte in Bangkok / Thailand, 2008:
Feuer durch Feuerwerkskörper bei Silvesterfeier.
- 60 Tote in Saigon / Vietnam, 2002:
Feuer in Tanzlokal, ausgelöst durch Schweißarbeiten; das mehrstöckige Gebäude hatte nur einen Notausgang.
- 53 Tote in Palembang / Indonesien, 2002:
Feuer, ausgelöst durch einen Kurzschluss.
- 51 Tote in Douglas / USA, 1973:
Feuer im Freizeitpark Summerland.
- 50 Tote in Caracas / Venezuela, 2002:
Feuer, Versammlungsstätte war wohl stark überfüllt, Notausgänge abgeschlossen.
- 48 Tote und 130 Verletzte in Dublin / Irland, 1981:
Feuer in der größten irischen Diskothek Stardust.
- 43 Tote und 88 Verletzte in Shenzhen / China, 2008:
Feuer, vermutlich durch Feuerwerkskörper. Panik durch Feuer.
- 43 Tote in Zaragoza / Spanien, 1990:
Das Feuer bricht in der Diskothek gegen 4 Uhr morgens aus, als sich noch knapp 130 Gäste dort befinden.
- 41 Tote und 76 Verletzte in Kuwait, 2009:
Feuer in Zelt bei Hochzeitsfeier.
- 26 Tote und 53 Verletzte in Lima / Peru, 2002:
In der Diskothek „Utopie“ setzt ein Feuerspucker die Decke in Brand. Die morgens um 3 Uhr noch 1.000 anwesenden Gäste dachten zunächst, das Feuer würde zur Show gehören.
- 20 Tote und 35 Verletzte in Multan / Pakistan, 2006:
Feuer in Partyzelt, entstanden durch Kurzschluss.
- 20 Tote in Medan / Indonesien, 2009:
Feuer in Karaoke-Bar, die sich im 3. Stock befindet.
- 19 Tote und 24 Verletzte in Mexiko City / Mexiko, 2000:
Nach offenbar mehreren Explosionen bricht in einem der bekanntesten Clubs der Stadt ein Feuer aus.
- 17 Tote in Buenos Aires / Argentinien, 1993:
Feuer in einer Diskothek.
- 15 Tote und 16 Verletzte in Quito / Ecuador, 2008:
Feuer durch Feuerwerkskörper, offenbar waren Notausgänge abgeschlossen.
- 10 Tote und 180 Verletzte in Volendam / Niederlande, 2000:
Feuer, vermutlich ausgelöst durch Wunderkerzen.
- 10 Tote in Moskau / Russland, 2007:
Feuer durch Pyrotechnik, ausgelöst durch Alkohol.
- 9 Tote und 10 Verletzte in Taiwan, 2011:
Feuer in Tanzlokal.
- 6 Tote und 300 Verletzte in Belo Horizonte / Brasilien, 2001:
Feuer durch Feuerwerkskörper, offenbar gab es nur einen Ausgang.
- 4 Tote und 35 in Verletzte Medina / USA, 2001:
Explosion eines Traktors bei einer Messe; Besucher werden durch heißes Öl verletzt.
- 4 Tote in Rom / Italien, 2010:
In einem baurechtlich nicht genehmigten Kellerlokal brach durch einen Kurzschluss an der Musikanlage ein Feuer aus; der Notausgang war verschlossen.
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1 Toter und 20 Verletzte in Schtaura / Libanon, 2004:
Feuer in einem Club, die 100 Besucher drängen sich durch einen Ausgang.
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1 Toter in Mons / Belgien, 2011:
Großfeuer mit noch unbekannter Ursache; die betroffene Diskothek und angrenzende Kinosäle mussten geräumt werden. Ein Feuerwehrmann stirbt.
- 145 Verletzte in St. Agatha / Österreich, 1999:
Mitarbeiter des Veranstalters entzündet testweise einen Styropor-Würfel, die die Versammlungsstätte ca. 30 cm bedecken. Als er sich die Finger verbrennt, lässt er ihn fallen. Der Würfel setzt alle anderen in Brand. Der Veranstalter glaubte, nichtbrennbares Material gekauft zu haben. Die Besucher entkamen nur sehr knapp einem Inferno.
- 63 Verletzte in Brühl / Deutschland, 2001:
Feuer in Achterbahn in Freizeitpark; 150 Besucher entkommen nur knapp dem Tod.
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12 Verletzte in Herford / Deutschland, 2001:
Kabelbrand in Lüftungsanlage.
- 9 Verletzte in Lauf / Deutschland, 2004:
Behälter mit brennbaren Flüssigkeit kippt um, die sich sofort entzündet; umstehende Besucher werden verletzt.
- 8 Verletzte in Wacken / Deutschland, 2008:
Brandstiftung von Dixi-Klo´s beim Wacken OpenAir, das Feuer greift auch benachbarte Zelte am Campingplatz über.
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3 Verletzte in Köln / Deutschland, 2009:
Ein Feuer mit unbekannter Ursache im Bereich der Tanzfläche, 180 Besucher werden evakuiert.
- 3 Verletzte in Neustift / Österreich, 2008:
Hochprozentiges entzündet Pyrotechnik.
- 2 Verletzte in Trier / Deutschland, 2010:
Feuer bei Studentenparty, Evakuierung der 400 Besucher trotz zweier Verletzter erfolgreich.

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